Verabschiedung des Schulleiters

Ein „primus inter pares“ verlässt die Alkuinschule

Am Freitag, dem 19.06.2015, fand in der Aula der Alkuinrealschule im Beisein geladener Gäste die Abschiedsfeier für den langjährigen Rektor dieser Schule, Herr Günter Maassen, statt. In zahlreichen Reden wurde deutlich, dass mit Herrn Maassen ein Rektor geht, der sich in erster Linie als „Primus inter Pares“ (Erster unter Gleichen) versteht und damit die Atmosphäre, die an der Alkuinschule herrscht, stark geprägt hat.

 

Deutlich wurde diese Prägung schon mit der Eröffnung der Feier durch die Klassenband der 6a, die den Song „Gemeinsam sind wir stark“ vortrug. Mit diesem Lied hatten Schüler der Alkuinschule vor vielen Jahren einen Landeswettbewerb gewonnen. Schon damals war Herr Maassen Rektor der Alkuinschule gewesen und er ist dem Motto des Miteinander und des gegenseitigen Respekts, das in diesem Song deutlich wird, bis zu seiner Pensionierung treu geblieben. Dieses Motto wurde einleitend auch von dem durch das Programm führenden Konrektor, Herr Ralf Reiners, betont.

Nach diesem musikalischen Einstieg bedankte sich Frau Jarosch als Vertreterin der Bezirksregierung für das langjährige Engagement Herrn Maassens. Sie zog einen Vergleich zwischen dem „Bildungsminister“ Karls des Großen, Alkuin, dem Namenspatron der Schule, und Herrn Maassen. Genau wie Alkuin habe auch Herr Maassen seinen eigenen Kopf gehabt und habe das eine oder andere Mal eine andere Meinung vertreten als die Bezirksregierung. Dies habe der gegenseitigen Wertschätzung jedoch keinen Abbruch getan. Zum Schluss überreichte Frau Jarosch Herrn Maassen seine Entlassungsurkunde, auch wenn sie – wie sie betonte –  gelegentlich den Eindruck gewonnen habe, als wolle er gar nicht gehen.

 

Auf Frau Jarosch folgte Herr Mathar als Abteilungsleiter des Schulbetriebs. Er betonte Herrn Maassens langjährigen Einsatz für die Schüler und die Schule. Auch dankte er für die gute Zusammenarbeit und rief Herrn Maassen zu, sich mit seiner Pensionierung auf den Weg zu neuen Ufern zu machen.

Bevor Frau Peikert als langjährige Kollegin und Mit-Pensionärin in ihrer Rede das Arbeitsklima an der Alkuinschule betonte, welches durch Offenheit und Kollegialität geprägt ist, trat das gesamte Kollegium der Alkuinschule - zur Aussage von Frau Peikert passend – als sogenannte „Lehrerband“ auf und sang den Alkuin-Blues, was zu begeistertem Mitklatschen seitens des Publikums

 

führte. Geleitet wird die Lehrerband von dem Musiklehrer der Alkuinschule, Herr Erne Kampmeier, der sich ebenfalls für die Klassenband der 6a und allgemein für die Alkuin-Kids verantwortlich zeigt, die seit Jahren den musikalischen Part bei Veranstaltungen der Alkuinschule übernimmt und sich aus aktuellen Schülern der unteren Stufen zusammensetzt.

Frau Peikert war es dann, die den Herrn Maassen ideal charakterisierenden Begriff „primus inter pares“ verwendete. Er habe sich auch zurücknehmen können, wenn es der Sache dienlich war, ohne aber seine Führung abzugeben. Das Leitmotiv seines Handelns war es immer, kein Kind zurückzulassen. Dies vor allem anderen zeichne ihn aus.

Diese Besonderheit der Alkuinschule wurde auch von der Schülervertreterin, Hillary Kwakyea, betont. Herr Maassen sei ein Rektor, der die Namen fast aller Schüler kenne und oftmals auch deren Lebensgeschichte bzw. Probleme. Ganz in diesem Sinne überreichten die Schülervertreter Herrn Maassen ein Foto, welches die Schülerinnen und Schüler der Alkuinschule zeigt. Diese hatten sich in Herzform auf dem Schulhof aufgestellt und mit weißen Taschentüchern gewunken.

 

Hillary Kwakyea erwähnte jedoch nicht nur die Leistungen Herrn Maassens als Rektor, sondern auch als Lehrer. Sie selber sei in den Genuss gekommen, von ihm in Mathematik unterrichtet worden zu sein und betonte seine Fähigkeit, auch komplexe mathematische Sachverhalte einfach und nachvollziehbar erklären zu können. Somit habe auch er einen Anteil daran, dass die Hälfte der diesjährigen Absolventen einen Realschulabschluss mit Qualifikation erreicht hätten.

Nach einem erneuten Auftritt der Lehrerband, welche gesanglich von einer früheren Kollegin, Frau Heidi Kühn, unterstützt wurde, und Herrn Maassen - leider vergeblich – mit der Frage „Should I stay or should I go?“ die Möglichkeit eröffnen wollte, doch noch zu bleiben, dankte Frau Lynen-Zimmermann als Vertreterin der Elternschaft Herrn Maassen ebenfalls. Sie ließ die Zuhörer an ihrer Google-Suche nach der Antwort auf die Frage, wie lange Herr Maassen denn nun an der Alkuinschule tätig gewesen sei, teilhaben. Bei Google sei sie nicht fündig geworden, jedoch beim Konrektor, Herrn Reiners, der – so Frau Lynen - ganz im Sinne des Umgangstones an der Alkuinschule ein offenes Ohr für die Fragen und Belange auch der Eltern habe.

 

Diesen sogenannten „Geist von Alkuin“ betonte auch Herr Papst als Vorsitzender des Fördervereins, der zudem sehr aktiv in der Landeselternschaft tätig ist. Er nutzte die Rede dafür, für den Verbleib von Realschulen und insbesondere der Alkuinrealschule in der Schullandschaft zu werben. Er beendete seine Rede mit einem Zitat von Erich Kästner, in welchem es heißt, dass der Lehrer kein Zauberkünstler sei, sondern ein Gärtner. Er könne und werde die Schüler hegen und pflegen. Wachsen müssten sie selbst. Für das „Hegen und Pflegen“ – so Herr Papst – sei in der Alkuinschule in seinen Augen auch nach dem Weggang von Herrn Maassen gut gesorgt, da dieser immer wieder ein gutes Händchen bei der Auswahl neuer Kolleginnen und Kollegen gezeigt habe, die diesen Geist nun weitertrügen.

 

Nachdem die Lehrerband mit dem leicht umgedichteten Song „Bye, bye, oh Boss – mach et jot“ von den Bläck Fööss den musikalischen Teil der Abschlussfeier beendet hatte, betonte Frau Wicking-Reese als Vertreterin des Lehrerrates ebenfalls diesen von Herrn Maassen geprägten „Geist von Alkuin“. Sein Führungsstil sei durch Zuverlässigkeit, Unterstützung und Offenheit gekennzeichnet. Seine Bürotür habe allen Kollegen immer offen gestanden.

Zum guten Schluss betrat der angehende Pensionär sichtlich gerührt selbst das Rednerpult. Ihm sei erst in der letzten Woche, insbesondere bei der Abschlussfeier der 10er, deutlich geworden, dass er tatsächlich die Schule verlassen würde. Anders als in den Jahren zuvor, als sowohl Eltern als auch Schüler ihm zum Abschied ein „Bis demnächst“ zugerufen hätten, hätten sich diesmal viele bewusst von ihm verabschiedet. Er habe seinen Beruf immer gerne ausgeübt und der Abschied falle ihm schwer, auch wenn er sich darauf freue, endlich mehr Zeit für seine Frau zu haben.

Mit der Rede von Herrn Maassen endete eine stimmungsvolle und auch wehmütige Abschiedsfeier, die vielen dabei Anwesenden bestimmt noch lange in Erinnerung bleiben wird.